






Zur sanitären Situation in den Schulen in Kambodscha
Die sanitäre Situation in Schulen ist verheerend: Laut des Bildungsministeriums, Youth and Sport (MoEYS) gibt es 9431 Schulen in Kambodscha, die von mehr als 3,3 Millionen Schülern besucht werden. 30% der Schulen haben keine Toiletten und sogar 40% der Schulen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.
Die Chroy Jong Va Grundschule in KambodschasHauptstadt Phnom Penh hat mehr als 1000 Schüler und Schülerinnen. Dem gegenüber verfügte die Schule nur über 13 funktionsfähige Toiletten sowie 18 Becken zum Hände waschen. Die vormals existierenden Toiletten der Schule verfügten jedoch nur über völlig unzureichende sanitäre Verhältnisse, die sowohl die Gesundheit der Kinder (und Lehrer) beeinträchtigten als auch die Umwelt schädigten. Zudem war einer der Toilettenblocks mit zehn Toiletten bei den Schülern jedoch eher unbeliebt, da während der Regenzeit das Gelände unter Wasser steht. Hohe Stufen sollen eine Überschwemmung bei Hochwasser verhindern, diese erschwerten den Kindern jedoch den Zugang zu den Toiletten. Der Faulbehälter, welcher mit allen Toiletten verbunden ist, war beschädigt und verunreinigte das jahreszeitlich bedingte Hochwasser.
Unterstützt durch großzügige Spenden der Bremer Bürgerinnen und Bürger, des Ostasiatischen Vereins Bremen, sowie Kooperationen mit Unicef und lokalen Partnerorganisationen, konnte in dem zweiten Projekt der Spendenaktion "BORDA hilft!", die 2009 erstmals unter dem Motto "Schule darf nicht krank machen“ stand, auf dem Schulgelände eine Anlage zur dezentralen Abwasserbehandlung installiert werden, die mit den bestehenden Toilettenhäusern verbunden wurde. Gleichzeitig wurden die Toiletten grundrenoviert. Das DEWATS System kann bis zu 5m³ Abwasser pro Tag behandeln und wurde mit einem zusätzlichen, aus Fiberglas bestehendes Biogas-Modul ergänzt. Dieses ermöglicht eine nächtliche Sicherheitsbeleuchtung der Toilettenanlage.
Doch ist diese DEWATS-Anlage nur ein Teil der Maßnahme. Denn eine Hygiene- und Gesundheitsschulung von Lehrern und Schülern ist ebenso bedeutsam. Hierfür wurde das SBS-Komitee eingerichtet, bestehend aus Lehrern der Schule und Mitarbeitern der Schulverwaltung, die allesamt ebenfalls von den bevorstehenden Verbesserungen profitieren werden. Das SBS-Komitee (SBS bedeutet School based Sanitation, Sanitäre Grundversorgung für Schulen) erhielt eine Schulung zur Hygieneerziehung. Die Erkenntnisse und Erfahrungen aus diesen Schulungen werden im Anschluss an die Schüler weiter vermittelt.
Zwar zeichnen sich DEWATS Anlagen unter anderem darin aus, dass sie nur wenig gewartet werden müssen. Dennoch gehörte die Schulung des Hausmeisters zur ordnungsgemäßen Wartung der Anlage zum Umfang des Projektes.
Das Ziel
Das "BORDA hilft!" Spendenprojekt 2008/2009 hat es sich zum Ziel gemacht, die sanitäre Grundversorgung von Schul- und Waisenkindern in Kambodscha durch den Bau von Toiletten und dezentraler Abwasserbehandlung (DEWATS) zu verbessern, um sowohl die Gesundheit der Kinder als auch die Umwelt zu schützen.
Zum Hintergrund
In Kambodscha herrschen zumeist verheerende sanitäre Verhältnisse: 78% der Bevölkerung haben keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen. Die Folge ist, dass 230 Tonnen Fäkalien, 2300 m3 Urin und 8000 m3 Abwasser täglich in die Gewässer von Kambodscha fließen. Das Umwelt- sowie Hygienebewusstsein ist kaum vorhanden, da es nur wenige Gesetzte gibt die zur erfolgreichen Regulierung beitragen. Da das verunreinigte Wasser täglich zum Baden und Waschen benutzt wird, kommt es jährlich zu über 10 Millionen Krankheits- und 10.000 Todesfällen. Viele der Opfer sind Kinder.